Navigation

Liebe Gemeinde,

der UN Generalsekretär Antonio Guterres war vor einigen Wochen in Somalia, um einen Fokus auf den dort seit zwei Jahrzehnten währenden Bürgerkrieg und die Hungersnot zu legen und damit ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Das Land ist im Krieg. Es ist trocken. Nichts wächst. Es ist eine absolute Wüste. Die Dürre ist überall.

Viele Menschen, besonders Kinder und Frauen sterben. Es gibt nichts zu Essen und zu Trinken.

Als ich diese Nachricht im Fernsehen sah, war der erste Fastensonntag, an dem wir das Evangelium der Versuchung Jesu in der Wüste gehört haben. Bei dem Wort „Wüste“ kam mir das Bild von Somalia vor Augen. An diesem dritten Fastensonntag lesen wir in der ersten Lesung und im dem Evangelium über „Wasser“, etwas was kaum in der Wüste zu finden ist. Es hat direkt meine Gedanken nach Somalia geführt, und ich dachte daran wie Antonio Guterres die Situation dort leidenschaftlich beschrieben hat.

Es ist faszinierend, wie der Evangelist Matthäus Jesus, in diesem Zusammenhang vorstellt. In der Wüste, in der Einsamkeit des Lebens, war Jesus erschöpft und fast hilflos, deswegen konnte der Teufel ihn in Versuchung führen.

Heute stellt Matthäus das andere Bild Jesu vor: Jesus der uns das Gegenteil der Trockenheit gibt: Wasser.

Eine klare Lehre für uns in dieser Fastenzeit. Auch wenn wir in der Wüste unseres Lebens sind, es gibt doch eine Oase, aus der wir unseren Durst stillen können. Im Fasten geht es nicht um die Trockenheit unseres Lebens. Es geht vor allem um die Erfrischung unseres Lebens. Wir haben nur einen, der uns hilft, diese Trockenheit unseres Geistes zu überwinden und die Erfrischung unseres Geistes zu ermöglichen; und zwar Jesus.

Wir erleben beides in unserer Gesellschaft. Die Wüste und das Wasser. Manche erleben eine Trockenperiode in ihrem Leben; wie in Somalia. Andere erleben die Erfrischung in ihrem Leben, aber wir sind trotzdem in der gleichen Gesellschaft.

Wonach dürstest du? Wonach hast du Hunger? Das Volk Israel hatte Durst in der Wüste, und Jahwe hat ihm durch Mose das Wasser gegeben. Die Samariterin hatte Durst und Jesus versprach ihr das lebendige Wasser. Viele Menschen dürsten und hungern nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden. Wir können Hoffnung für diese Welt sein. Auch in der großen, breiten Wüste, gibt es eine Oase, die unserem Durst stillen kann.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen dritten Fastensonntag

Euer Kaplan,
Pater Astery Mushi, AJ.

Zu den Pfarrnachrichten ...