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Liebe Gemeinde,

Advent. Schon der 2. Advent ... Das Jahr scheint zu seinem Ende hin zu rennen. So viele Aktivitäten, auch wenn besinnliche dabei sind. So viele Dinge, die zu besorgen, zu dekorieren, zu planen, vorzubereiten sind. Advent. Er kommt. Der Retter der Welt. Wovor und wohin wird er uns retten wollen? Und sehen wir uns überhaupt als Menschen, die der Rettung bedürfen? Können, möchten wir das spüren?

Im Krankenhaus treffe ich auf Menschen, die aus dem gefüllten Alltag hinausgenommen sind. Viele ganz plötzlich, ungefragt. Sie nehmen die Zeit anders wahr, die Tage dehnen sich, das Wetter ist oft trüb draußen um diese Jahreszeit. Sorgen und Ängste werden spürbar, es ist wenig Ablenkung möglich. Groß bei manchen die Angst, Weihnachten noch im Krankenhaus sein zu müssen. Auch da keine wohltuend besinnliche Adventszeit trotz verordneter Ruhe.

Wir tun uns schwer mit dem Stillwerden und Zuwarten, sind viel vertrauter mit dem Zu-packen und Machen. Obwohl viele Menschen spüren, dass ein gutes Leben bei aller Aktivität auch der meditativen, der betenden Haltung bedarf. Um selbst im Lot zu bleiben. Um der Seele Atem zu verschaffen.

Vor einiger Zeit sagte mir eine Patientin im Hospiz: „Ist eine schwere Zeit hier. Dieses Wissen, zum letzten Mal Advent, zum letzten Mal, so Gott will, Weihnachten. Es geht nur, wenn ich mich immer mal still hinlege und meinen Atem höre: Da ist es, das Leben. So lange ich atme. Wenn ich meinen Atem höre und spüre, bin ich ganz gerührt und dankbar: Da ist es ja, das wunderbare, starke Leben. Und gleich macht es Sehnsucht nach weiteren Tagen und Erlebnissen.“

Solche Momente der Ruhe, in denen Sie vielleicht zunächst Ihre eigene Unruhe und Geschäftigkeit, Sorgen und Ängste spüren und dann – hoffentlich – das starke, wunderbare Leben, diese Momente wünscht Ihnen in diesen Adventstagen

Ruth Hermanns, Pastoralreferentin
Katholische Seelsorge im
Johanniter-Waldkrankenhaus

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