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Liebe Gemeinde,

wie viele von uns kennen noch aus der eigenen Erinnerung das Bild einer friedlich weidenden Schafherde, über die ein guter Hirte treu wacht? Wie schön scheint es auf den ersten Blick, den ganzen Tag draußen auf der Wiese, in der freien Natur zu verbringen.

Ein milder Wind, das Blöcken der Schafe und eigentlich, ja eigentlich nichts zu tun. Ab und zu muss der Hund einmal die Schafe etwas zusammentreiben, ansonsten Ruhe und Frieden. Ganz so friedlich klingt die gleiche Szenerie bei Jesus nicht.ER bezeichnet sich selbst als guten Hirten und knüpft damit nicht nur an die Erfahrungswelt seiner Hörer an. Indem ER betont, dass ein wirklich guter Hirte selbst sein Leben für die Schafe hingibt, bezieht Jesus sich auch auf die Verheißungen der Propheten, nach denen der ersehnte Gottesknecht leiden muss, weil ER „wie ein Lamm zum Schlachten geführt wird“.

So eine Lesung mitten in der Osterzeit, die doch so sehr vom Halleluja bestimmt ist? Im Vordergrund steht die Frohe Botschaft: für uns ist Jesus gestorben und für uns ist ER auferstanden von den Toten. So hat der Sohn Gottes unseren Tod besiegt und uns das ewige Leben geschenkt: Indem ER selbst in die Dunkelheit der Gottesferne, die Unterwelt hinabgestiegen ist, hat ER die Toten aus ihren Gräbern befreit. In Jesus Christus wendet sich der Mensch wieder neu Gott zu und übergibt IHM vertrauensvoll sein Leben. Er vertraut sich der Führung Gottes ein, das Schaf folgt seinem Hirten…

Jesus hat nicht alles Leid aus der Welt geschafft, ER hat nicht das Paradies auf Erden errichtet. Doch ER hat uns ein für alle Mal gezeigt, dass der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern der Durchgang zum wahren Leben ist.

„Ich bin der gute Hirte“ – sagt der Herr von sich. Und ER meint damit eine enge Vertrautheit von Gottessohn und Mensch. „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich“. Dies bezieht Jesus allerdings nicht nur auf auserwählte Schafe, ER hat auch andere Schafe zu führen. Jesus liebt alle Menschen – nicht nur die Katholiken oder die treuen Kirchgänger, nicht nur die, die sich als Gläubige zu erkennen geben. Gott und sein Sohn lieben alle Menschen, alle wollen sie führen und die Verheißung ist klar:“ sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.“

Alle die sich von der Liebe leiten lassen, werden vereint, damit es nur eine Herde gibt – und den lang ersehnten Frieden unter den Menschen. Auch dafür und für jeden einzelnen Menschen ist der Herr gestorben, begraben worden, hinabgestiegen in das Reich des Todes und glorreich, siegreich aus dem Grab erstanden – für uns und für das Heil der ganzen Welt! Halleluja! Eine gesegnete Woche...

Pfarrvikar Jozef Pieniazek

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