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Wort der Woche

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass es keinen Bericht von der Auferstehung gibt? So wie: „Als die Nacht ihre Mitte erreicht hat, rollte der Engel den Stein beiseite und Christus trat hervor.“? Oder wie es Peter Paul Rubens gemalt hat. Nein. Kein Mensch war bei der Auferstehung Christi dabei. Die Frauen am Morgen sahen zuerst nur das leere Grab mit ein oder zwei Engeln. Und die ersten Reaktionen waren Furcht und Entsetzen.

Die Auferstehung hat es eben in sich. Die Erfahrung damit braucht auch Zeit. So wie Jesus bei so mancher ersten Begegnung auch nicht sofort zu erkennen war, wie bei Maria Magdalena oder den Emmaus-Jüngern. Da wo er den Frauen oder den Elf oder den anderen Jüngern erschienen ist, geschah dies auch nicht mit Macht und Herrlichkeit und einem himmlischen Heer. Und doch hatten sie auch Angst und Schrecken. Ja, es hat gedauert, bis der Glaube an die Auferstehung und die Freude darüber die Herzen erfüllte.

Es ist ja auch schier unglaublich – oder doch nur durch den Glauben anzunehmen. Das gilt ja auch für uns, die wir mit der Auferstehung Christi, mit Ostern groß geworden sind. Wir kennen ja die Berichte der Evangelisten. Aber: Glauben wir deshalb auch? Freuen wir uns darauf, Christus, dem Auferstandenen zu begegnen? Oder ist uns das nicht ganz geheuer? Haben nicht auch wir noch Angst und Zweifel? Also: Besser ist, wir begegnen ihm nicht?

Es ist nun aber so, dass er uns begegnen will. Er will uns erfüllen mit der Freude der Auferstehung. Die Freude darüber, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Die Freude darüber, dass er an meiner Seite ist – in Freud und Leid. Die Freude, die wir dann mit anderen teilen können, die wir weitergeben können an die Traurigen und Einsamen und Kranken und Verzweifelten. Das heißt dann: Kirche sein. Denn Jesus Christus hat die Kirche gegründet, damit sie der Welt Christus bringt, damit die Welt von ihm erfährt durch Wort und Tat, damit die Welt von seinem Geist erfüllt wird. „Gehet hinaus in die ganze Welt“ „Verkündet es allen Völkern“ – so lautet sein Auftrag an uns. Aber am Anfang steht die Begegnung mit ihm, dem Auferstandenen, dem Lebendigen. Halleluja.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und froh machende Osterzeit.

Pfarrvikar Wolfgang Biedaßek

Ihr
Pfarrvikar Pater Astery Mushi, AJ

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