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Rheinviertelteam vor Veränderungen

v.l.n.r.: Kpl. Martin Reimer, Stefan Rachow, PV Wolfgang Biedaßek, Kpl. Prof. Dr. Alexander Krylov, Johannes Hotze, Sr. Carmen Reifenscheid

Schmerzlicher Abschied und frischer Wind

„Das Seelsorgeteam im Rheinviertel steht vor größeren personellen Veränderungen“, gibt Godesbergs Pfarrer, Dr. Wolfgang Picken, bekannt.

„Solche Umbrüche schmerzen zunächst, weil sie Abschied bedeuten und liebgewonnene Gewohnheiten beenden. Aber sie sind immer auch eine Chance, weil neue Mitarbeiter mit ihren Begabungen und Ideen frischen Wind in die Gemeinde und die Bürgerstiftung Rheinviertel bringen“, so Picken weiter.

Nach fünf Jahren als Kaplan von St. Andreas und Evergislus ist Martin Reimer (44) von Kardinal Rainer Woelki zum Pfarrer in Lindlar im Bergischen Land ernannt worden. „Wir verabschieden mit Kaplan Reimer einen leidenschaftlichen Seelsorger, der intensiv um die Menschen bemüht ist und für seinen Glauben brennt“, sagt Pfarrer Picken. Er werde vielen nicht zuletzt wegen seiner Warmherzigkeit und Einfühlsamkeit fehlen. Der gebürtige Bonner und studierte Forstwirt hatte sich intensiv um die Kommunionkatechese im Rheinviertel und später auch in ganz Bad Godesberg bemüht. Besonders lag ihm überdies die Begleitung der Angehörigen von Verstorbenen am Herzen. In den letzten beiden Jahren galt sein zusätzliches Engagement den orientalischen Christen unter den Flüchtlingen. An seine Stelle wird Kaplan Prof. Dr. Alexander Krylov treten. Der 1969 geborene Sohn einer russisch-deutschen Familie studierte Geschichte, Psychologie und Wirtschaft und promovierte in Philosophie und Psychoanalyse in Moskau. Es folgte eine Tätigkeit als Professor für Wirtschaftswissenschaften und Prodekan an einer Universität der russischen Hauptstadt. 2000 wurde Krylov Deutscher Staatsbürger. Bevor er 2011 sein Theologiestudium für das Erzbistum Köln aufnahm, war er in Berlin als Professor und Leiter des Ost-West-Instituts an einer privaten Universität tätig. 2016 wurde er zum Priester geweiht und war anschließend in Kaarst tätig. „Wir heißen den neuen Kaplan herzlich willkommen und freuen uns auf einen Mann mit einem reichen Erfahrungsschatz und Wissen“, so Pfarrer Picken. Ebenfalls das Rheinviertel verlassen wird Pfarrvikar Wolfgang Biedaßek. Er wechselt nach einem Jahr innerhalb der Seelsorgebereichs in das Südviertel. Biedaßek wird dort als Pfarrvikar tätig werden und nach dem Weggang von Pater Samuel die zweite Priesterstelle besetzen.

Ein Wechsel steht auch im Bereich der Jugendarbeit bevor. Jugendreferent Stefan Rachow (37) verlässt Bad Godesberg und stellt sich im Ausland einer neuen beruflichen Herausforderung. „Stefan Rachow hat die Jugendarbeit im Rheinviertel mit aufgebaut und von Beginn an die Entwicklung der Bürgerstiftung Rheinviertel begleitet. Es sind Generationen von Jugendlichen, die mit ihm verbunden sind. Eine Ära geht zu Ende“, resümiert Godesbergs Pfarrer. Rachow ist seit zehn Jahren für die Rheinviertelgemeinde als Jugendreferent im Einsatz. Die Bürgerstiftung Rheinviertel hatte seine Stelle geschaffen, um die Jugendarbeit wieder zu beleben. Der gebürtige Grevenbroicher hatte zunächst die Messdienerarbeit übernommen und die Gruppe der Jungstiftler mit aufgebaut, Wochenendfahrten und Ferienfreizeiten organisiert. Inzwischen ist ein außerordentlich aktives Netzwerk der Jugendarbeit entstanden, über das mehrere hundert Kinder und Jugendliche erreicht werden, und das Rachow mit seinem Kollegen, Jugendreferent Oliver Heiser, betreut. Als Rachows Nachfolger hat Johannes Hotze (32) seinen Dienst bereits angetreten. Der gebürtige Essener kommt aus der aktiven Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde und mit einem Master of Education in Katholischer Religion, Philosophie und Erziehungswissenschaften nach Bad Godesberg. „Wir sind dankbar, einen Jugendreferenten gewonnen zu haben, der viele Vorerfahrungen im Bereich der gemeindlichen Jugendarbeit mitbringt“, erläutert Pfarrer Picken.

Zusätzlich in das Rheinviertel kommt Schwester Carmen Reifenscheid (70). Seit 1973 gehört sie der Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi in Dernbach an. Die gelernte Erzieherin und Gemeindereferentin war zuletzt fünfzehn Jahre in einer Kirchengemeinde in Gelsenkirchen tätig. Dabei lagen ihre Aufgabenschwerpunkte in der Begleitung von Familien in der Erstkommunionvorbereitung. In der Kindertagesstätte setzte sie Akzente in der musikalischen Förderung und Chorarbeit. Nach dem Eintritt in den Ruhestand hat sie sich entschieden, ehrenamtlich in der Seelsorge des Rheinviertels mitzuwirken. „Für uns kam das Angebot überraschend. Wir freuen uns über die kompetente Verstärkung unseres Teams und das zusätzliche Ordensengagement im Rheinviertel“, sagt Pfarrer Picken. Die Dernbacher Schwestern sind seit 150 Jahren in Bad Godesberg im Einsatz. Viele Institutionen des Stadtbezirks verdanken der Ordensgemeinschaft ihre Existenz, darunter das Herman-Josef-Haus und das Markusstift, das früher Krankenhaus war. Heute leben die Dernbacher Schwestern im Michaelskloster im Schatten der Herz Jesu Kirche im Rheinviertel.

Die Rheinviertelgemeinde wird am Sonntag, 3. September 2017 um 11 Uhr in ihrer Pfarrkirche St. Andreas in Rüngsdorf in einem Festgottesdienst die ausscheidenden Seelsorger verabschieden und die neuen Mitglieder des Seelsorgeteams begrüßen.

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