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Archiv 2008

Prälat Ernst Woelki verstorben



Rheinviertel trauert um einen großen Priester

In den frühen Morgenstunden des 28. September 2008 verkündeten die Totenglocken der Kirchen des Rheinviertels den Tod von Prälat Ernst Woelki. Der 94jährige Priester verstarb für viele unerwartet. Erst im Januar hatte die Kirchengemeinde St. Andreas und Evergislus mit dem allseits hochgeschätzten Geistlichen sein 70. Priesterjubiläum gefeiert.Mehr als sechzig Jahre davon wirkte er als Priester im Rheinviertel.

"Wir sind dem Verstorbenen für seinen aufopferungsvollen priesterlichen Dienst dankbar. Als Seelsorger hat er den Weg so vieler Menschen intensiv mit seinem Zuspruch und seinem Gebet begleitet. Sein starker Glaube, seine tiefe Spiritualität und seine strahlende Lebensfreude bleiben uns unvergesslich," so Pfarrer Dr. Wolfgang Picken. Prälat Ernst Woelki, 1913 in Emmerich geboren, wurde als junger Priester ins katholische Ermland (Ostpreußen) geschickt. Dort erlebte er als Kaplan unter schwierigsten Bedingungen das Ende des Krieges, die Verfolgung durch die Rote Armee und die Flucht. Ernst Woelki wich in dieser dramatischen Zeit nicht von der Seite der ihm Anvertrauten. Er begleitete viele Ermländer und stand ihnen mit der Kraft seines Glaubens und seinem priesterlichen Wirken bei. Bis zu seinem Tod stand er mit vielen von ihnen in enger Verbindung. Prälat Woelki wird deshalb von zahllosen Ermländern hoch verehrt. Nach dem Krieg wurde er zum Konsistorialrat, später zum Dekan des Konsistoriums der Ermländer ernannt.

Ins Rheinland zurückgekehrt wurde er Gymnasialpfarrer zunächst am Pädagogium und später am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium. Zahlreiche Schülergenerationen hat er mit seinem großen Einsatz als Priester und Lehrer geprägt. Mit seinem theologischen Wissen und seelsorglichen Feingefühl, seinem starken Charakter und seiner liebenswerten Verbindlichkeit konnte er viele beeindrucken. Nach dem Eintritt in den Ruhestand galt seine ganze Liebe und Zuwendung den ermländischen Katholiken und den Menschen im Rheinviertel. Bis wenige Wochen vor seinem Tod nahm er bei guter Gesundheit lebendig und interessiert am Leben der Gemeinde Anteil. "Prälat Woelki war eine beeindruckende Persönlichkeit, die fest in Gott verwurzelt war. Das Rheinviertel hat einen großen Priester verloren und der Himmel einen Heiligen gewonnen." Pfarrer Picken weiter: "50 Jahre lang wurde Prälat Woelki von seiner Haushälterin, Frau Helena Klaffki, begleitet. Ihr danken wir besonders. Sie sorgte für alles. Mit ihrer Hilfe konnte der Prälat ein offenes und gastfreundliches Haus führen. Frau Klaffki war ihm eine treue und liebevolle Weggefährtin. Ihr gilt unsere besondere Anteilnahme."
Der Verstorbene wurde ab Dienstag, dem 30. September 2008, in der Pfarrkirche St. Andreas, Andreasstraße, aufgebahrt. Bis zur Beerdigung gedachte die Gemeinde seiner am Morgen um 8 Uhr mit der Laudes und abends um 19 Uhr mit der Vesper in St. Andreas. Am Mittwoch, dem 1. Oktober 2008 wurde um 19.00 Uhr die Totenvesper in St. Andreas gefeiert. Es predigte Pfarrer Dr. Wolfgang Picken. Die feierlichen Exequien wurden am Donnerstag, dem 2. Oktober 2008, um 15 Uhr unter großer Beteiligung in der Pfarrkirche St. Andreas begangen. Hauptzelebrant und Prediger war in Vertretung des Bischofs der Offizial des Erzbistums Köln. Domkapitular Prälat Dr. Günter Assenmacher. Nach dem festlichen Requiem wurde der Verstorbene in Prozession zum Rüngsdorfer Friedhof geleitet und dort durch den Dechanten des Dekanates Bad Godesberg, Pfarrer Helmut Powalla, im Priestergrab der Gemeinde beigesetzt. Nach der Beerdigung kamen viele Gottesdienstbesucher zur Begegnung im Hotel Dreesen zusammen.

Am Sonntag, dem 9. November 2008 feierte die Kirchengemeinde St. Andreas und Evergislus in der Sonntagsmesse um 9.30 Uhr das Sechswochenamt für den verstorbenen Prälaten Ernst Woelki. Das Motto des Familiengottesdienstes lautet: "Lichter auf der Erde und am Himmel". Die Symbolik des Lichtes, auf die in Anlehnung an den heiligen Martin zurückgegriffen wird, wird dabei auch auf den verstorbenen Prälaten übertragen. Er war mit seinem priesterlichen Zeugnis für viele Menschen ein Licht in ihrem Leben. Jetzt leuchtet er ihnen als Licht vom Himmel aus.