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Archiv 2011

„Ich erlebe gerade ein Wunder“ oder „Maastricht war cool und Kirche ist toll“

1.500 Godesberger Pilger bei den Heiligtümern in Maastricht

Knapp 1.500 Pilger aus Bad Godesberg nahmen am gestrigen Samstag an der Dekanatswallfahrt nach Maastricht teil. „Es war ein Tag voller Freude und des bestärkenden Miteinanders im Glauben,“ resümiert Dechant Dr. Wolfgang Picken, der Initiator der Godesberg Dekanatswallfahrten. „Wir sind überfroh, dass der Wallfahrtstag diese Resonanz und Wirkung gefunden hat. Wir haben unseren Glauben von seiner strahlenden und Menschen verbindenden Seite erlebt,“ so Dr. Christoph Veit vom Team der technischen Leitung der Dekanatswallfahrt. „Ich bin so etwas von ergriffen, dass mir die Worte fehlen. Dieser Tag hat mir unendlich viel Kraft gegeben,“ so die Pilgerin, Hildegard Maier. „Maastricht war cool und Kirche ist toll,“ fasst es der kleine Max Steinhaus (9) zusammen.

Der niederländische Jugendbischof, Weihbischof Everardus de Jong, kam in seiner Ansprache bei der Schlussandacht in der Liebfrauenkirche zu einem ähnlichen Resultat: „Ich erlebe gerade vor meinen Augen ein Wunder. Ich sehe an eurer Begeisterung und eurem Miteinander: Der Heilige Geist hat euch ergriffen!“ Der Andacht war ein offenes Singen vorausgegangen, an dessen Ende alle Pilger, jung und alt, eng gedrängt in der Basilika stehend mit gemeinsam Gesten ihrer Hände sangen: „Ja, wir können heilig sein!“. De Jong war während seiner Predigt von am Boden sitzenden Kindern und Jugendlichen umlagert. Sie bildeten die größte Gruppe unter den Pilgern. Als am Ende der Schlussandacht dem Weihbischof und den Gastgebern in Maastricht Dank gesagt und als Geschenke Kölschfässer überreicht wurden, erhob sich die ganze Gemeinde und brauste minutenlanger frenetischer Beifall auf. „Lebt euren Glauben so weiter und seid ohne Sorge,“ verabschiedete sich der Weihbischof, bevor die vielen Gläubigen mit dem „Laudatosi“ spürbar ergriffen das Abschlusslied anstimmten.

Bereits am Vormittag hatten die Godesberger Pilger mit ihrer langen Prozession Aufmerksamkeit in Maastricht gefunden. Der Weg führte vom Maasufer durch die Straßen der Altstadt zur Servatiusbasilika. 200 Messdiener und Liturgen zogen mit Kerzen und Fahnen und einer Abordnung der Plittersdorfer Schützenbruderschaft den Wallfahrern voraus. Der Einzug in die Basilika brauchte zwanzig Minuten. Dann erst konnte der Festgottesdienst mit dem Bischof von Roermond, Frans Wiertz, beginnen. „Gut, dass ihr Euch entschieden habt, nach Maastricht zu kommen: Uns und ihnen allen wäre sonst ein besonderes Glaubenserlebnis entgangen. Ich bin begeistert, was ihr auf die Beine stellt,“ mit diesen Worten reagierte der für Maastricht zuständige Bischof spontan auf die mit Pilgern bis zum letzten Platz gefüllte Basilika. In seiner Predigt nahm er auch Bezug auf den Prozess des Zusammenwachsens aller Godesberger Gemeinden: „Ihr dürft nicht stehen bleiben. Geht entschieden weiter und habt Mut zur Veränderung.“ Wiertz hob hervor, dass das gute Miteinander und das Gottvertrauen, das bei der Wallfahrt unter den Teilnehmer zu spüren sei, die entscheidende Basis für den Weg der Kirche in die Zukunft darstellt. Nach der Pilgermesse nahmen alle Teilnehmer auf dem Platz vor der Basilika bei strahlendem Sonnenschein das Mittagessen ein. Es schloss sich ein vielfältiges Nachmittagsprogramm mit altersgemäßen Stadt- und Kirchführungen an.

Die Wallfahrt nach Maastricht ist die siebte dieser Art. Als Gemeindewallfahrten des Rheinviertels begonnen, sind die Wallfahrten seit drei Jahren Veranstaltungen aller Gemeinden des Dekanates Bad Godesberg. „Das gemeinsame Pilgern und Beten bestärkt uns auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft,“ so Picken. Nach Köln und Mainz in den letzten beiden Jahren hatte sich das Leitungsteam in diesem Jahr für das Ziel in den Niederlanden entschieden. Die Wallfahrt unter dem Motto: „Miteinander weiter!“ führte zu den Heiligtümern Maastrichts. Dazu zählen das Grab des Heiligen Servatius –  er ist Patron der Kirche in Friesdorf – und das seit Jahrhunderten verehrte Gnadenbild „Maria, Stern des Meeres“. Die Wallfahrt hatte mit knapp 1.500 Pilgern dieselbe Teilnehmerzahl wie im Vorjahr zu verzeichnen. Die Organisation bedeutet eine große logistische Herausforderung. „Alle sind wieder gut und wohlbehalten angekommen. Die Stimmung war hervorragend und die Gemeinschaft spürbar,“ resümiert Veit zufrieden. Für ihn und sein Team ist nach der Wallfahrt immer schon vor der Wallfahrt. Als Erstes werden das Datum und das Ziel für das kommende Jahr festgelegt. Wohin es geht, scheint noch offen. „Aber wir werden auch 2012 wieder auf Wallfahrt gehen, so viel steht fest,“ so Picken.

 

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