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Archiv 2014

„Das ist ein Beispiel von ‘best practice‘!“

Bundestagsabgeordnete Dr. Lücking-Michel besuchte Sonja-Kill-Inklusionskita

Am Mittwoch, 17. September, 2014 besuchte Bundestagsabgeordnete Dr. Claudia Lücking-Michel (CDU) den Sonja-Kill-Inklusionskindertagesstätte von Heilig Kreuz. Die Bonner Politikerin wollte sich einen persönlichen Einblick von der neu gebauten Einrichtung der Bürgerstiftung Rheinviertel verschaffen.

In der Einrichtung werden 45 Kinder in 3 Gruppen, 12 Kinder davon mit besonderem Förderbedarf, gemeinsam betreut. Sonja Aengenvoort, die Leiterin der Kindertagesstätte führte die Bundestagsabgeordnete durch das Haus. Dabei ließ sie die Politikerin an einzelnen pädagogischen Vormittagsangeboten teilnehmen. „Das ist ein Beispiel von ‘best practice‘!“ bewertete Dr. Lücking-Michel anschließend das Erlebte.

Im folgenden Gespräch erläuterten Dechant Dr. Picken, der Vorsitzende der Bürgerstiftung Rheinviertel und die Kindergartenkoordinatorin Sonja Velten weitere Beispielen gelebter Inklusion im Kindergartennetzwerk Bad Godesberg. Dabei fiel ein besonderes Augenmerk auf den vor zwei Jahren von der Stiftung ins Leben gerufenen Beratungs- und Förderdienst. Unter der Leitung von Gertrud Lindlar unterstützen fünf therapeutische Kräfte die vierzehn Einrichtungen im Netzwerk in heilpädagogischen und therapeutischen Fragen. Sie ermöglichen eine zusätzliche Förderung der Kinder mit Förderbedarf in den Regeleinrichtungen. „Dieser Förderdienst stellt als bundesweites Pilotprojekt erfolgreich dar, wie man Inklusion auch in den Regeleinrichtungen ermöglichen kann“, erklärte Dechant Picken. Veronika Pönisch berichtete aus der Perspektive einer Kindertagestätte die positive Wirkung, die dieser Förderdienst auf die Entwicklung der Kinder und die pädagogische Arbeit in den Eirichtungen hat. Die Leiterin der Kindertagesstätte St. Marien belegte dies mit Einzelbeispielen aus ihrer Einrichtung. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie den Kindern mit dieser Initiative schon sehr früh die Unterstützung ermöglicht wird, die sie für ihre Entwicklung benötigen“, reagierte Dr. Lücking-Michel auf die Präsentation.

Einen Einblick in die Arbeit der drei Familienzentren im Kindergartennetzwerk gab Eva Kons-Gierlich. Die Koordinatorin für das „Familienzentrum Burgviertel“ stellte dies exemplarisch an ihrer Arbeit für drei Kindertagesstätten dar. „Durch die umfangreichen Programme der Familienzentren werden die Familien auf vielfältiger Weise begleitet und unterstützt“, erklärt Kons-Gierlich.

Auch die Akademie Bad Godesberg präsentierte sich der Bonner Bundestagsabgeordneten. Der Gründungsimpuls für die eigene Fortbildungsakademie der Bürgerstiftung Rheinviertel entstand zunächst aus dem Fortbildungsbedarf der 180 pädagogischen Fachkräfte im Kindergartennetzwerk Bad Godesberg zum Thema Inklusion. Inzwischen aber umfasst das Programm der Akademie alle Bereiche der Kinderpädagogik. Auch eine Vielzahl an pädagogischen Fachkräften aus Institutionen außerhalb des Netzwerkes nutzen die Angebote der Akademie. Besonders beliebt sind die Veranstaltungen aufgrund ihrer Praxisnähe. Erfahrene Mitarbeiterinnen aus den Einrichtungen referieren auf vielen Fortbildungen für ihre Kolleginnen und Kollegen. Viele Seminare finden exemplarisch in dafür ausgewählten und geeigneten Kindertagesstätten statt. Dr. Claudia Lücking-Michel stellte fest, wie bedeutsam eine gezielte Förderung und Weiterbildung der Erzieherinnen ist. Sie verwies darauf, dass die Verantwortung der Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten immer mehr zunehme, weil die Kinder nach der Einführung der U3-Pädagogik zunehmend früher und über einen längeren Zeitraum in den Einrichtungen betreut werden. „Wir wissen, dass die ersten Jahre im Leben eines Menschen die entscheidenden Jahre sind. Deshalb ist es dringend notwendig, besonders in das pädagogische Personal der Kindertagesstätten zu investieren“, so die Abgeordnete.

Im gemeinsamen Gespräch wurde deutlich, dass die Realisierung der Inklusion im Kindergartennetzwerk Bad Godesberg vorbildlich gelingt. Mit Sorge wurde allerdings betrachtet, wie Inklusion zukünftig in Kindergärten und Schulen realisiert werden soll, wenn nicht die erforderlichen Geldmittel dafür zur Verfügung gestellt werden. Dr. Lücking-Michel betonte, dass an dieser Stelle besonders die Politik im Bund, wie aber auch in den Ländern und Kommunen gefordert sei: „Wenn Inklusion glaubwürdig gelingen soll, werden wir uns das mehr Mut und Geld kosten lassen müssen!“

Dr. Lücking-Michel stellte am Ende des Besuches fest, dass die Arbeit der Bürgerstiftung Rheinviertel und des Kindergartennetzwerks im Bereich der Kindergarten- und Familienpädagogik neue Maßstäbe setzt und wertvolle Impulse für die Zukunft gibt. „Ich bin hier vielen neuen Ideen und einem großen Engagement begegnet“, fasste die Abgeordnete ihre Eindrücke zusammen. Sie verabschiedete sich mit dem Hinweis, andere auf die Arbeit in Bad Godesberg aufmerksam zu machen. „Ich werde meinen Fraktionskollegen im Bundestag auffordern, sie zu besuchen und sich bei ihnen wichtige Anregungen dafür zu holen, wie Inklusion realisierbar ist und wohin sich unsere Kindergartenpädagogik entwickeln sollte“, sagte Dr. Lücking-Michel.

„Dass Frau Lücking-Michel die erste Inklusionskindertagestätte Bonns kurz nach ihrer Eröffnung aufsucht, verstehen wir als Ausdruck großer Wertschätzung gegenüber dem Anliegen der Inklusion und unserer Arbeit“, fasst Dechant Dr. Picken die Eindrücke des Stiftungsvorstands zusammen.

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