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Archiv 2016

1.000 Bad Godesberger Pilger auf Wallfahrt

„Geistlicher Sturm“ auf Andernach

Es waren knapp 1.000 Pilger, die bei kühlem aber trockenem Wetter am Samstag, 30. April 2016 zur 12. Dekanatswallfahrt aufgebrochen waren. Sie führte die Pilger aus dem Seelsorgebereich Bad Godesberg in diesem Jahr nach Andernach und stand unter dem Motto „Zusammen gehen“.

Die Mehrzahl der angemeldeten Gläubigen waren Kinder und Jugendliche. „Die rege Teilnahme so vieler Menschen beeindruckt jedes Jahr aufs Neue. Sie zeigt die große Lebendigkeit der katholischen Gemeinden in Bad Godesberg und ihren wachsenden Zusammenhalt“, so Dechant Picken.

Die Kirchengemeinde in Andernach bewies große Gastfreundschaft und stellte die Kirche und die gemeindlichen Räumlichkeiten großzügig zur Verfügung. Ein Priester der örtlichen Gemeinde betonte bei seiner Begrüßung, dass man in der langen Geschichte der Stadt Andernach aus nördlicher Richtung meistens Bedrohungen erwartet habe. Heute aber sei man erstaunt und froh über diesen ungewöhnlichen geistlichen Ansturm aus Bad Godesberg. „Wir wünschen uns, dass etwas von ihrer Begeisterung hier bleibt.“ In der Messe sang eine Vereinigung der Bad Godesberger Kirchenchöre. Über 130 Messdiener dienten im Gottesdienst, 10 Priester standen am Altar und zelebrierten den Gottesdienst unter Leitung von Dechant Picken. In seiner Predigt sprach er über das Jesuswort „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Picken hob hervor, dass es angesichts der modernen Herausforderungen und Bedrohungen wieder darauf ankäme, dass sich Christen darauf besinnen, welche zentrale Funktion das Vorbild Jesu für das soziale Miteinander und den Frieden in der Welt besitze. „Es gibt keinen überzeugenderen Weg zu Frieden und Einheit als den der radikalen Nächstenliebe“, so Picken. Nicht Abgrenzung und Gewalt seien das Gebot der Stunde, auch nicht Egoismus und Individualismus. Sie trieben die Menschen nur immer mehr auseinander und führten perspektivisch zu immer größeren Spannungen und Konflikten. Gefordert sei stattdessen die Bereitschaft, ohne Unterschiede zu lieben und alles daran zu setzen, dass die Würde jedes Menschen respektiert werde, die des Fremden und des Gegners genauso wie des Vertrauten und Freundes. „Wenn eine Gesellschaft auseinandertreibt, ist es die Aufgabe aller Christen, Brücken zu schlagen und sich für die einzusetzen, deren Würde in Gefahr ist. Wir brauchen deshalb gegenwärtig nicht weniger, wir brauchen mehr christlichen Geist, nicht weniger, sondern mehr Kirche“, rief er den Gläubigen zu. Der Glaube an das Ewige Leben schenke unendlich viel Zeit und die Zusicherung von Fülle. „Das sollte uns frei machen, weiter auf den Spuren Jesu zu gehen und unsere Energien darauf zu verwenden, unsere Welt nach seinen Ideen positiv zu verändern“, ermutigte der Pfarrer seine Gläubigen. Dabei unterstrich er, dass das soziale Klima in Bad Godesberg maßgeblich vom engagierten Einsatz der Christen geprägt werde. Viele Einrichtungen würden von den Kirchen getragen und neue Initiativen seien entstanden. Eine neue Dynamik des Glaubens sei zu beobachten. Deshalb sei es bedeutsam, dass sich niemand entmutigen lasse. Die Devise müsse lauten: „Weiter so und jetzt erst Recht mit Liebe leben!“ Die vielen Kinder und jungen Familie hielten parallel zum Wortgottesdienst im Pfarrzentrum einen Kleinkindergottesdienst ab und kehrten zur Gabenbereitung in den Mariendom zurück.

Auf dem Vorplatz der Kirche nahmen die Gläubigen nach dem Festgottesdienst gemeinsam das Mittagessen ein, das der Malteser Hilfsdienst zubereitet hatte. Anschließend erwartete die Teilnehmer Stadt- und Kirchenführungen. Die Kinder eroberten die Stadt mit einer vorbereiteten Rallye. Kleinere Kinder wurden von einem Clown unterhalten.

Krönender Abschluss war das Offene Singen in der Kirche. Eröffnet vom Godesberger Gospelchor mündete es in einem heiteren und fröhlichen Singen aller Pilger. Nach einer kurzen Andacht, in der die Teilnehmer für den Tag Dank sagten, spendeten die Priester den Pilgern einzeln, als Paaren oder Familien einen persönlichen Segen. Alle Pilger kehrten sicher und wohlbehalten gegen 18 Uhr nach Godesberg zurück. Der technische Leiter der Wallfahrt, Dr. Christoph Veit resümierte anschließend: „Von einer Buspanne und der Tatsache abgesehen, dass ein Versorgungswagen des MHD mit Bänken und Tischen auf der Autobahn liegen geblieben ist, haben wir eine wundervolle und harmonische Zeit verbracht. Beeindruckend wie lebendig und bestärkend Gemeinschaft sein kann.“ Wohin die Wallfahrt im nächsten Jahr führen wird, ist noch nicht bekannt. Sicher hingegen ist, dass es auch 2017 eine Dekanatswallfahrt geben wird.

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