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Archiv 2006

Eindringliche und bestärkende Tage

Weihbischof Dr. Heiner Koch, ein Bischof mit Herz und Verstand

Weihbischof Dr. Heiner Koch hat seine Visitation der Kirchengemeinde St. Andreas und Evergislus beendet. Zum Abschluss seiner Zeit im Rheinviertel bedankte er sich bei allen Beteiligten und der ganzen Gemeinde. "Ich bin beeindruckt vom Leben dieser Gemeinde und fahre erfüllt heim. Gerne bliebe ich noch weitere Tage, um noch mehr zu sehen und zu erleben. Es war eine gute Zeit für mich, denn ich habe mich hier wie Zuhause gefühlt." 



Mit diesen herzlichen Worten zog Weihbischof Koch nach dem abschließenden Abendgebet in St. Evergislus sein Resümee. Sehr viele Gläubige waren wie schon am vorherigen Abend um 21.45 Uhr zum meditativen Ausklang mit dem Bischof gekommen. Die Gebetszeit im Kerzenlicht und mit meditativen Gesängen und instrumentalen und chorischen Gestaltungselementen hinterließ wie die gesamte Visitation bei allen einen nachhaltigen Eindruck.

Drei Tage hielt sich Weihbischof Koch zum offiziellen Besuch in der Gemeinde auf. Seine erste Amtshandlung nahm er bei der Einweihung der OGS Beethovenschule vor. Die renovierten Räumlichkeiten der Schule wurden ihrer neuen Funktion übergeben. Da die Katholische Kirchengemeinde wesentlich am Programm der offenen Ganztagsgrundschule beteiligt ist, nahm der Bischof die Einweihung der neuen Gebäudeteile vor. Dabei war leicht zu spüren, dass der Bischof ein "Händchen" für Kinder hat.

Am Sonntagmorgen feierte die Gemeinde mit dem Bischof in St. Andreas mit einem feierlichen Pontifikalamt die offizielle Eröffnung der Visitation. Die Gottesdienstgestaltung vermittelte ein strahlendes und lebendiges Bild von Gemeinde. Über 100 Messdiener, 4 Chorgemeinschaften und 25 Schützen aus unseren beiden Schützenbruderschaften waren beteiligt; und die Andreaskirche konnte die Gläubigen kaum fassen. In der Messfeier empfingen zudem 38 Jugendliche das Sakrament der Firmung. Weihbischof Koch begeisterte die Gemeinde und die Firmlinge mit seiner freundlichen und verbindlichen Ausstrahlung. Die Worte seiner Predigt vermittelten einen lebendigen Glauben und ermutigten die Anwesenden zu einem engagierten Leben als Christen. Am Ende des Gottesdienstes überraschten die Firmlinge den Bischof mit dem einstudierten Gospel "Oh happy day!"

Nach der Messfeier und dem anschließenden Empfang im Pfarrzentrum setzte Weihbischof Koch seine Visitation mit dem Besuch der neu gegründeten Klöster St. Hildegard und Herz Jesu fort. Dort wurde er von den zwei Konventen freudig erwartet und neben seinen Gesprächen mit indischen Spezialitäten zur Mittags- und Kaffeezeit verwöhnt. "Es hat mich glücklich gemacht, in den strahlenden Augen der Schwestern zu sehen, wie wohl sie sich hier fühlen," beschrieb der Bischof einen seiner Eindrücke. Nach den Besuchen der Klöster machte der Bischof spontan drei Hausbesuche in der Gemeinde: einen Geburtstags-, einen Kranken- und einen Trauerbesuch.

Der nächste Tag galt zuerst der Begegnung mit den Senioren der Gemeinde. Weihbischof Koch feierte morgens mit den Ordensfrauen, den Hausbewohnern und Angestellten des Vinzenzhauses eine Heilige Messe. Die Worte der Predigt waren tröstlich und bestärkend zugleich. Anschließend besuchte Bischof Koch die Schwestern auf der Krankenstation. Die Gespräche dort haben ihn, wie er später mehrfach betonte, besonders bewegt. Dann kam der Weihbischof mit dem Schwesternkonvent der Vinzentinerinnen zusammen und ließ sich über das (geistliche) Leben der Gemeinschaft berichten. Vom Vinzenzhaus ging es weiter zum Emmaushaus, dem zweiten Katholischen Altenheim im Rheinviertel. Hier betete Weihbischof Koch mit den Hausbewohnern in der Kapelle das Mittagsgebet, bevor er sich in einem persönlichen Gespräch mit der Hausleitung über das Pflegekonzept und das Konzept des Integrierten Hospizes unterrichten ließ.

Sowohl im Emmaus- als auch im Vinzenzhaus gibt es ein Integriertes Hospiz: Jeweils zwei Ordensfrauen stehen - durch die Bürgerstiftung Rheinviertel finanziert - zur Verfügung, um die Sterbenden und Schwerstpflegebedürftigen intensiver begleiten zu können. Die sonstigen Angestellten durchlaufen sukzessive Fortbildungen zum Thema "Sterbebegleitung und Schmerztherapie im Altenheim". Das Mittagessen nahm der Bischof gemeinsam mit dem Seelsorgeteam der Gemeinde ein. Anschließend besichtigte er das Mausoleum von Carstanjen. Am Nachmittag standen Einzelgespräche mit den Seelsorgern der Gemeinde auf dem Programm.

Zur Abendstunde traf der Bischof dann mit dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand zusammen. Die Gremien der Gemeinde ermöglichten den Bischof durch eine Powerpointpräsentation einen Einblick in das vielseitige Leben und Engagement der Gemeinde. Der Bischof zeigte sich beeindruckt von der Vitalität und dem Ideenreichtum Katholischen Lebens im Rheinviertel und dem pastoralen Konzept. Nach dem intensiven, sich anschließenden Austausch wurde der Abend mit einem meditativen Gebet in der St. Evergislus Kirche beschlossen. Der geistliche Ausklang, an dem viele Gläubige teilnahmen, lenkte auf das Wesentliche, was die Gemeinde St. Andreas und Evergislus zusammenhält und nach vorne treibt: der eine Glaube!

Am kommenden Tag traf Weihbischof Dr. Koch nachmittags bei den Schwestern vom Armen Kinde Jesus im Clara-Fey-Gymnasium ein. Nach dem intensiven Gespräch mit den Ordensfrauen, in dem er über die Zukunftsplanungen und den Umzug des Konvents in das Alte Pfarrhaus von St. Andreas informiert wurde, und der abschließenden Vesper nahm sich der Bischof Zeit mit dem geistlichen Nachwuchs ins Gespräch zu kommen, der aus der Gemeinde stammt. Drei Theologiestudenten, die Priester werden möchten, und ein Kandidat für das Ständige Diakonat erhielten so die Gelegenheit zu einem - bestärkenden - Austausch mit dem Bischof.

Schließlich traf der Weihbischof auf eigenen Wunsch mit dem Vorstand und dem Kuratorium der Bürgerstiftung Rheinviertel zusammen. Nach der Vorstellung der Idee und der Projekte und zahlreichen Informationen über das Kulturprogramm, die Haushaltslage und die Medienarbeit der Stiftung, kam es u.a. zu einer angeregten Diskussion über die Bedeutung der privaten Kirchenfinanzierung. Der Bischof dankte den Anwesenden ausdrücklich für das einmalige Engagement. Er würdigte den außerordentlichen Erfolg der Stiftungsidee und wünschte der Arbeit viele Nachahmer. Den feierlichen Abschluss des letzten Visitationstages bildete dann das Abendgebet in der Evergislus Kirche, von dem bereits eingangs die Rede war.

Die Visitation durch Weihbischof Dr. Heiner Koch war für die Gemeinde eine besonders wertvolle Erfahrung. Das Rheinviertel erlebte einen Bischof mit Herz und Verstand, der alle Altersgruppen für sich zu gewinnen und auf die Kraft des Glaubens zu verweisen verstand. Die Tage haben der Gemeinde dazu verholfen, ein Resümee ihrer Arbeit ziehen zu können und sich ihrer gegenwärtigen Situation bewusst zu werden. Immer wieder wurde den Beteiligten klar, wie vieles in den zurückliegenden Monaten durch den gemeindlichen Aufbruch in Bewegung gekommen und bereits zum Ziel geführt ist. Die Gemeinde fühlt sich durch den Bischof darin bestärkt, ihren Weg fortzusetzen, und sie geht mit anregenden Impulsen und neuen Ideen in die Zukunft. Wir sagen Weihbischof Koch Dank für die gemeinsame Zeit und hoffen, dass er schon bald wieder ins Rheinviertel kommen wird!