Prozess 2013
Runder Tisch – Beitrag zum Dialog
Die Gremienvertreter der Bad Godesberger Gemeinden und die beiden leitenden Pfarrer Bad Godesbergs bewerten den Verlauf des „Runden Tischs“ positiv. Die Versammlung fand in vertrauensvoller und sachlicher Atmosphäre statt. Die Beiträge der einzelnen Seelsorgebereiche und Initiativen waren gut vorbereitet; die Moderatoren und übrigen Teilnehmer gingen mit vereinzelten Überschreitungen der abgestimmten Redezeiten großzügig um, so dass alle Teilnehmer die Möglichkeit hatten, ihre Positionen darzustellen.
Dies alles ermöglichte einen offenen Austausch. Die Godesberger Gremienvertreter teilten in ihren Berichten übereinstimmend mit, dass sich alle Gremien des Dekanates im konstruktiven Dialogprozess darüber befinden, wie die Zusammenlegung der Godesberger Gemeinden zu einem Seelsorgebereich gestaltet werden kann, ohne dabei die bestehenden Probleme und Sorgen der Gläubigen zu übergehen. „Die gute Dialogkultur unter den Gremien ist eine wertvolle Grundlage für den Weg in eine gemeinsame Zukunft,“ so Marcus Haep vom Kirchenvorstand der Südgemeinde. Zwischenzeitig wurde ein Konzept für die Umsetzung der noch ausstehenden Maßnahmen zum Sparkonzept „Zukunft heute“ vorgelegt. Ein erster Konzeptentwurf der Prozessgruppe des Dekanats für die Struktur des zukünftigen Seelsorgebereichs steht vor dem Abschluss. Er wird den Titel: „Gemeinsam stark – vor Ort lebendig“ tragen. „Der Entwurf wird zeigen, dass die Bildung des Seelsorgebereichs nicht auf Kosten der Seelsorge vor Ort geht. Er wird vielen die Ängste nehmen und vermitteln, dass die Pastoral nah am Menschen bleibt und das Leben rund um die Kirchtürme fördert,“ so Dechant Dr. Wolfgang Picken. Voraussichtlich kann der Entwurf in den nächsten Wochen in den einzelnen Gremien beraten werden. „Wir planen möglichst zeitnah Gemeindeversammlungen in den drei Gemeinden, bei denen das Konzept vorgestellt wird,“ so die Pfarrgemeinderatsvorsitzende des Rheinviertels, Dr. Angela Kirsch.
In allen Statements der drei Godesberger Seelsorgebereiche wurde unterstrichen, dass sich der Prozess im Dekanat aus dem Blickwinkel der Gremien jetzt auf einem konstruktiven Weg befindet. Gleichwohl berichteten Burgviertel und Südpfarrei auch, dass es ihren Gemeinden hinsichtlich des bevorstehenden Prozesses noch Ängste und Sorgen gibt. „Hier werden wir noch etwas Geduld und Zeit brauchen,“ äußert Pfarrer Helmut Powalla. Kritisch angesprochen wurden auch konkrete Sachfragen wie die befürchtete personelle Unterbesetzung im Burgviertel bis Dezember 2011. Mit Blick auf die Godesberger Initiativen wurde die Hoffnung geäußert, dass die bestehenden Gesprächsangebote ausgeschöpft werden. Die Einladung der Prozessgruppe 2013 des Dekanates an die Friesdorfer Initiative „Auch wir sind Gemeinde“ war zunächst abgelehnt worden. „Wir würden uns freuen, wenn es als Fortsetzung des Runden Tischs nun zum direkten Dialog kommen würde,“ so Gottfried Rottländer vom Kirchenvorstand des Rheinviertels. Eine Begegnung der Gremien der Südpfarrei mit der dortigen Initiative hat bereits stattgefunden. Ein Gespräch zwischen dem neuen Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates von St. Marien und St. Servatius, Dr. Hans-Clemens Köhne, und dem ehemaligen Vorsitzenden, Christoph Bauerle, ist in Planung. „Unsere Einladung zum persönlichen Dialog steht, sie kann jederzeit angenommen werden,“ so Köhne.
Gemeinsam stark – vor Ort lebendig
Nach Beratungen in den Kirchenvorständen Bad Godesbergs und einer einhelligen Abstimmung unter den Kirchenvorständen liegt nun ein gemeinsames Konzept aller Kirchenvorstände zur Organisation der kirchlichen Standorte und Räume in Bad Godesberg vor. Dechant Dr. Wolfgang Picken übertitelt den Entwurf mit dem Leitgedanken: „Gemeinsam stark – vor Ort lebendig“. „Mit den vorliegenden Planungen machen die Gremien deutlich, dass die Zukunftsgestaltung intensiv der Stärkung des Gemeindelebens vor Ort dient. Es ist ein Signal, das viele Ängste nehmen wird. Das Konzept erfüllt auf gute Weise die Vorgaben von „Zukunft heute“, die seit 2004 bestehen und seit 2006 bereits hätten abgeschlossen sein sollen. Die Planungen geben den Weg frei für die pastoralen und strukturellen Überlegungen einer Gestaltung des zukünftigen Seelsorgebereichs Bad Godesberg.“
Die Konzeptentwürfe für den Bereich der Südpfarrei sind bereits vom Kirchenvorstand entschieden. Im Bereich des Burgviertels befindet sich das Konzept in der letzten Planungsphase. Alle Konzeptentwürfe sind mit dem Generalvikariat in Köln abgestimmt. „Das Erzbistum hat zugesagt, die Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen sicherzustellen. Keine Gemeinde wird sich durch die umfangreichen Qualifizierungs- und Sanierungsmaßnahmen verschulden müssen. Das ist für die Zukunft eine große Entlastung,“ so Picken.
In der Südpfarrei werden alle kirchlichen Standorte erhalten. Spekulationen über eine mögliche Aufgabe der Kirche auf dem Heiderhof sind beendet. „Es war allen wichtig, dass wir auf dem Heiderhof als Kirche präsent bleiben,“ so Picken. Der Kindergarten des Heiderhofs wird in das Pfarrzentrum eingebaut, „so dass Kinder, Familien und Kirche unter einem Dach wohnen werden,“ so Marcus Haep, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands. In Mehlem werden Pfarrbücherei und Pfarramt in das Pfarrzentrum umziehen, das zu diesem Zweck umgebaut wird. Die ehemaligen Büchereiräumlichkeiten stellt die Gemeinde für die Jugendarbeit zur Verfügung. Die Versammlungsflächen in Muffendorf, Pennenfeld und Lannesdorf bleiben erhalten. Die Kindergärten in Mehlem, Lannesdorf und Pennenfeld werden qualifiziert und räumlich auf die Betreuung auch von Kindern unter drei Jahren vorbereitet. „Die vorliegenden Pläne kommen allen Gemeindeteilen zu Gute,“ sagt Pfarrer Helmut Powalla .
Im Burgviertel sehen die Planungen eine Sanierung des Pfarrhauses an St. Marien vor. Hier werden drei Dienstwohnungen entstehen. Pfarrzentrum und Jugendheim in St. Marien werden vollständig saniert und zu einem „pastoralen Zentrum“ entwickelt. Hier können neben gemeindlichen Aktivitäten zukünftig kirchliche Großveranstaltungen, sowie spirituelle und katechetische Angebote stattfinden. Auch das Pastoralbüro wird dort einziehen. Der Kindergarten St. Marien wird mittelfristig in den Markusstift verlagert. Dort ist im Zuge eines Erweiterungsbaus ein Mehrgenerationenwohnprojekt in Planung und wird ein Seniorenbüro eröffnet. Im Kindergarten St. Michael werden die noch erforderlichen Renovierungsmaßnahmen vorgenommen. „Damit wären ideale Voraussetzungen für das Leben aller Generationen unserer Gemeinde rund um die Marienkirche gegeben,“ so Klaus-Dieter Schmidt vom Kirchenvorstand des Burgviertels.
In St. Servatius wird ebenfalls das Pfarrhaus renoviert. Neben zwei Dienstwohnungen sollen dort ein Pfarramt und die Pfarrbücherei untergebracht werden. An das Pfarrzentrum in Friesdorf wird ein Gebäudekomplex angebaut, so dass dort unter einem Dach die viergruppige Kindertagesstätte St. Servatius, die Versammlungsräume der Gemeinde und Räume für die Jugend zu finden sind. Die Räumlichkeiten am Kirchplatz in der ehemaligen Bücherei werden den Pfadfindern auch weiter zur Verfügung stehen. „Die Planungen bieten mit dem großen Saal und anderen Räumen und mit der Konzentration der vielen Aktivitäten rund um die Kirche dem Friesdorfer Gemeindeleben ein lebendiges Zentrum,“ so sind sich Stefan Roth, ein Friesdorfer Kirchenvorstandsmitglied, und Picken einig.
Die Planungen im Burgviertel werden im Mai voraussichtlich abschließend vom Kirchenvorstand beraten. Anschließend sollen sowohl im Südviertel als auch im Burgviertel die Entwürfe in Gemeindversammlungen vorgestellt werden. Die Veränderungen im Rheinviertel wurden bereits 2005 umgesetzt. „Gegenwärtig rechnen wir im Herbst dieses Jahres mit dem Beginn der ersten Maßnahmen. Bis dahin soll ein Plan entwickelt werden, der die vielen Baumaßnahmen so organisiert, dass auch in der Umbauphase das Gemeindeleben nicht unnötig beeinträchtigt wird,“ erläutert Picken.
„Wir sind total erleichtert, die seit 2004 vielerorts ungeklärten Probleme von „Zukunft heute“ jetzt gelöst zu haben. Das Konzept sichert die pastorale Arbeit vor Ort und bietet viele Chancen für eine gute Entwicklung. Ich danke der unermüdlichen Arbeit der vielen beteiligten Gremienmitglieder. Wir haben dieses Kapitel gut nach vorne bebracht. Das macht uns allen Mut, dass wir auch die Fragen zum Prozess 2013 konstruktiv lösen werden. Die Gremien arbeiten bereits fieberhaft an Visionen und Konzepten,“ so Picken weiter. Er hofft, dass bereits im Mai ein erster Entwurf zur Diskussion gestellt werden kann. „Auch da werden sich vielleicht manche wundern, wie visionär die Ideen sind, und sich Ängste beruhigen,“ bemerkt er abschließend.

