Prozess 2013
Engagierter und konstruktiver Dialog - Pfarrversammlung im Burgviertel
Am 19. Juli fand in der Gemeinde St. Marien und St. Servatius im Pfarrzentrum von St. Augustinus die letzte der drei Pfarrversammlungen im Dekanat Bad Godesberg statt. Die abendliche Veranstaltung wurde von ca. 150 Teilnehmern besucht.
In seiner Begrüßung betonte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Hans-Clemens Köhne, die Pfarrversammlung solle der Transparenz und dem gegenseitigen Zuhören dienen. Der von der Prozessgruppe erarbeitete Entwurf für die Struktur des neuen Seelsorgerbereiches Bad Godesberg ab 2013 werde bewusst in einem frühen Entwicklungsstadium präsentiert und erläutert, um Anregungen und konstruktive Kritik aus den Reihen der Gemeindemitglieder in seine weitere Ausarbeitung einbeziehen zu können.
Im Anschluss präsentierte und erläuterte Dr. Klaus Dieter Schmidt, 2. Vorsitzender des Kirchenvorstands, den Strukturentwurf und dessen Leitbild "Gemeinsam stark – vor Ort lebendig".
Danach wurde die Versammlung unterbrochen, um den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu geben, den Entwurf näher zu studieren, in kleineren Gruppen zu diskutieren und Fragen zu erarbeiten.
Es folgte eine konstruktive und engagierte Diskussion, die von Martin Blachmann moderiert wurde und in der Schmidt, Köhne und Stefan Roth - als weiteres Mitglied des Kirchenvorstandes und der Prozessgruppe - sich den Fragen und Kommentaren der Gemeindemitglieder stellten. In vielen Wortbeiträgen wurde Unverständnis gegenüber der Entscheidung des Erzbistums Köln, die drei Godesberger Seelsorgebereiche zu einem zusammmenzuschließen, geäußert. Die Vertreter der Prozessgruppe erläuterten, dass die Entscheidung der Diözese den elementaren Umbrüchen in der gesamten Erzdiözese geschuldet seien. Sie verwiesen auf den jüngst noch einmal vom Erzbischof bestätigten Beschluss, dass die Zusammenlegung im Jahr 2013 beschlossen und unabdingbar sei. Nicht nur die Priesterzahlen seien rückläufig, sondern ebenso die Zahl der Kirchenmitglieder und Gottesdienstbesucher und folglich auch die Einnahmen an Kirchensteuern. Deshalb könne die Kirchenstruktur vergangener Jahre nicht unverändert aufrecht erhalten werden. "Die Grundentscheidung zur Bildung des gemeinsamen Seelsorgebereichs Bad Godesberg ist uns vorgegeben, jetzt ist es an uns, Strukturen zu schaffen, die das gewachsene Gemeindeleben so weit wie möglich bewahren und zugleich die Chancen, die sich aus der Bildung eines gemeinsamen Seelsorgebereichs ergeben, nutzen", so Köhne. Eine Grundidee des Entwurfs sei daher der Gedanke der "Subsidiarität", wie sie in der weiterhin dezentralen Zuordnung der Seelsorger zum Ausdruck komme.
Im Verlauf der Pfarrversammlung kamen weitere Verletzungen und Sorgen zur Sprache, die der Prozess 2013 auslöst. Angehörige der ehemals eigenständigen Kirchengemeinde St. Augustinus verdeutlichten, dass die bevorstehende Schließung ihres Pfarrzentrums eine starke Beeinträchtigung ihres Gemeindelebens nach sich ziehen könnte. Die Prozessgruppe konnte klarstellen, dass die erforderlichen Sparmaßnahmen in keinem ummittelbaren Zusammenhang mit dem Strukturentwurf stehen. “Unser Strukturentwurf entwickelt, wie im großen Seelsorgebereich Bad Godesberg das kirchliche Leben gut organisiert und vernetzt werden kann. Dabei ist ein besonderes Anliegen, nach allen Kräften die Aktivitäten rund um jeden Kirchturm zu fördern und neue pastorale Impulse zu setzen. Die Umsetzung des Konzeptes steht jedoch dabei immer unter den strengen Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung. Wir versuchen unser Bestes, aber müssen realistisch bleiben. Eine Entwicklung in die Zukunft ohne schmerzliche Veränderungen und Einschnitte wird es trotz allen Bemühens nicht geben,” so Schmidt. Bei alledem sei eine Chance des Prozesses auch darin zu sehen, die vorhandenen Strukturen so weiterzuentwickeln, dass Aussicht auf Nachhaltigkeit und längerfristige Stabilität bestehe, betonte Köhne.
Zum Ende der Diskussion bat Dechant Picken alle Anwesenden, sich auf den unabwendbaren Prozess mit Vertrauen einzulassen. Er lud alle ein, sich an der konstruktiven Weiterentwicklung der kirchlichen Zukunft in Bad Godesberg zu beteiligen.
Köhne schloß sodann die Pfarrversammlung, die erheblich länger dauerte als die vorangegangenen Versammlungen der anderen Godesberger Gemeinden, mit einem gemeinsamen Gebet.
Alle kritischen und konstruktiven Anmerkungen zum Prozess 2013 – nur wenige davon bezogen sich freilich unmittelbar auf den Prozessentwurf – wurden protokolliert. Sie werden zusammen mit den Ergebnissen der beiden anderen Pfarrversammlungen von der Prozessgruppe 2013 gesichtet. Auf dieser Grundlage kann der Strukturentwurf gegebenenfalls modifiziert und weiterentwickelt werden. Dechant Picken: “Die Pfarrversammlung war ein gutes Beispiel für einen ehrlichen Austausch. Ich hoffe sehr, dass dies ein guter Ausgangspunkt dafür ist, Streitigkeiten zu überwinden, Verletzungen zu heilen und sich miteinander auf den Weg in die Zukunft zu machen”.
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