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Archiv 2007

1000 Trier-Wallfahrer aus dem Rheinviertel: Ein Wunder!

"Unsere Wallfahrt nach Trier war für unsere Gemeinde wie ein Wunder. Die große Begeisterung und der Zusammenhalt der Gemeinde, der an diesem Tag zu spüren war, werden uns lange begleiten und prägen," bewertet Pfarrer Dr. Wolfgang Picken die bundesweit einmalige Gemeindewallfahrt nach Trier. Selbst der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx, zeigte sich von der unüberschaubaren Pilgerschar aus dem Rheinviertel beeindruckt. Er begrüßte die Pilger vor Beginn der Festmesse im Dom: "Ich habe schon häufiger von der Lebendigkeit ihrer Gemeinde gehört. Aber das heutige Bild, wie sie mit ihrer Gemeinde unseren Dom füllen, übertrifft alle meine Erwartungen."

Annähernd 1000 Mitglieder der Kirchengemeinde St. Andreas und Evergislus im Godesberger Rheinviertel (damit 12 % der gesamten Gemeinde) hatten sich mit 19 Bussen und zahlreichen PKWs zur großen Gemeindewallfahrt nach Trier auf den Weg gemacht, darunter allein über 300 Kinder und Jugendliche.

Die Wallfahrt 2007 stand unter dem Motto "Gemeinde auf dem Weg". Es war die dritte Wallfahrt dieser Art. "Diese jährlichen Wallfahrten geben uns geistliche Impulse, sie stärken unseren Zusammenhalt und beweisen, Kirche und Glaube sind nicht von gestern. Es kommt in der Kirche wieder etwas in Bewegung!" fasst Pfarrer Picken die starke Wirkung der Wallfahrt zusammen.

Schon mit ihrer langen Prozession zum Dom, das vom Geläut aller Kirchenglocken der Innenstadt begleitet wurde, konnten sich die Pilger der Aufmerksamkeit vieler Trierer Passanten sicher sein. Den Festgottesdienst zelebrierte der Initiator der großen Gemeindewallfahrten, Pfarrer Dr. Wolfgang Picken. In seiner engagierten Predigt verdeutlichte er, wie sehr die Berührung mit Christus Menschen und Gemeinden verändern kann. Er machte seine Gemeinde darauf aufmerksam, dass ihr dynamischer Aufbruch in den letzten Monaten ein lebendiger Beweis dafür sei. Schließlich forderte er die Gläubigen dazu auf, sich wie der Apostel Matthias zum Mittun herausfordern zu lassen, damit Kirche und Gemeinde lebendig bleiben.

Nach dem Gottesdienst zogen die 1000 Pilger durch die Heilig Rock Kapelle. Anschließend nahmen die sie im Innenhof des Generalvikariats gemeinsam das Mittagessen ein. "Dieses friedvolle und harmonische Miteinander von so vielen und die ansteckende Glaubensfreude waren einmalig," bewertet Graf Spee, der technische Wallfahrtsleiter, die ansonsten vollkommen störungsfreie Wallfahrt. Am Nachmittag fanden szenisch-spirituelle Stadtführungen für die Erwachsenen statt. Ein singender Barde vor der Jesuitenkirche, die Kaiserin Helena vor dem Dom und ein römischer Gladiator vor der Porta Nigra brachten den Zuhörern Details der Stadtgeschichte nahe. Parallel unternahmen die Kinder Erkundungen durch die Stadt und den Dom. Zum Ende des Nachmittagsprogramms brachte der Kinderchor der Gemeinde ein österliches Singspiel in der Liebfrauenkirche zur Aufführung. "Die Kinder haben mich mit ihren Stimmen zu Tränen bewegt," bewertet die älteste Teilnehmerin mit 92 Jahren die Darbietung.

Zum krönenden Abschluss fuhren alle Pilger zur Abtei St. Matthias, um dort am Apostelgrab die Abschlussandacht zu halten. Beim einleitenden offenen Singen riss die Begeisterung die Pilger im wahrsten Sinne von den Stühlen und Bänken. Auf die Frage des Pfarrers: "Wer ist bereit, ein Freund Jesu zu sein," riefen 1000 Pilger laut: "Ich"! "Die Andacht war eine Demonstration von Glaubensfreude und lebendiger Gemeinde, und doch ein Moment tiefer Konzentration und Besinnung," so urteilte anschließend ein Mitarbeiter der Abtei.