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Archiv 2006

Gemeindewallfahrt nach Rüdesheim

"Gemeinde bewegt" - Wallfahrt zur Heiligen Hildegard - Bewegendes Highlight der Gemeindegeschichte

600 Pilger verteilt auf 12 Busse und einige private PKW's machten sich in den frühen Morgenstunden des 20. Mai 2006 vom Rheinviertel aus auf den Weg. Immer am Rhein entlang - eine wunderschöne Strecke mit herrlichen Bildern von Natur und Burgenbau - erreichten die Pilger ihr Ziel: Rüdesheim. Auf der Reise bereits mit Gebeten und Liedern eingestimmt, sammelten sich die vielen in der Stadthalle und formierten sich dort zur Prozession. Messdiener mit Fahnen und liturgischen Geräten, Plittersdorfer Schützen, Ordensschwestern in reicher Zahl und Priester zogen dem großen Strohm der Rheinviertler voraus.

Der Posaunenchor der evangelischen Schwesterngemeinde in Godesberg unterstützte die Prozessionslieder und die Rüdesheimer Kirchen läuteten mit allen Glocken zum Empfang und zur Begrüßung.
Leichter Segen von oben in Form von Nieselregen begleitete den Weg bis zur Stadtpfarrkirche. Unter mächtigem Orgelklang zog die Gemeinde in die große Kirche ein: Ein bewegender Augenblick. Es blieb kein Sitzplatz unbelegt, selbst die Orgelempore musste geöffnet werden, damit die Wallfahrer Platz fanden. Nun folgte ein unvergesslicher Gottesdienst mit dem Gesang aller Chöre der Gemeinde und dem lautstarken gemeinsamen Gebet aller Anwesenden. In der Predigt des Pfarrers Dr. Picken wurden alle aufgefordert, an der Heiligen Hildegard Maß zu nehmen und wieder mehr im Frieden mit Gott zu leben. Nur so sei der Frieden der Schöpfung, der zwischenmenschliche Frieden und der innere Frieden zurück zu gewinnen: "Ein Leben ohne Gott macht uns unfruchtbar!"

Nach dem feierlichen Segen zogen die Pilger in die Stadthalle zurück, wo der Malteser Hilfsdienst für 600 Personen das Essen gerichtet hatte: Ein schmackhafter Eintopf und ein Joghurt. Man aß und trank zusammen: Ein Gemeinschaftserlebnis besonderer Art! Anschließend blieb eine kurze Zeit zur freien Verfügung, die manche nutzten, um in die Altstadt zu gehen.

Um 15.00 Uhr wurde das Programm fortgesetzt. Jetzt konnten alle zwischen unterschiedlichen Angeboten wählen. Die Abteikirche füllte sich mit mehr Pilgern, als sie Sitzplätze anbietet. Es kam ein Mysterienspiel mit drei Tanzszenen (getanzt von Claudia Jacobs-Neumeier) über das Leben der Heiligen Hildegard zur Aufführung. Zeitgleich erlebten die kleineren Kinder in einem nahegelegenen Raum des Klosters eine Einführung in das Leben der Heiligen Hildegard mit einem Bildervortrag, einem Puppenspiel und Bewegungstänzen. Die Senioren trafen sich in der Stadtpfarrkirche zu einer Betrachtung über das Leben der Benediktinerinnen. Eine Schwester aus der Abtei sprach über die Grundregel ihres Ordens: Ora et labora (bete und arbeite). Ältere Kinder und Jugendliche waren zu einem Erlebnisweg durch die Weinberge eingeladen, der sich ebenso mit der großen Heiligen befasste.

Alle Gruppierungen trafen sich schließlich wieder um 16.30 Uhr zum offenen Singen in der Grabeskirche der Heiligen Hildegard. Zug um zug trafen die verschiedenen Gruppen in der Kirche ein und wurden mit frohen Kirchenliedern gemeinsam in Bewegung gebracht. Eine wundervoll-heitere Stimmung kam auf und leitete nahtlos in die Abschlussandacht über. Jetzt ergriff die Benediktienerin Sr. Hiltrud das Wort. Mit großem Schwung und spürbarer Begeisterung sprach sie über die Heilige Hildegard und riß dabei alle Anwesenden mit. Im Schlusslied, dem "Laudato si", das Kinder und Erwachsene aus voller Kehle sangen, wurde schließlich spürbar, wie sehr die Wallfahrt alle bewegt hatte und wie nachhaltig sie die Gemeinde prägen würde. Abschließend empfingen alle Anwesenden einen individuellen Segen. Sie kamen einzeln, als Paare, Familien oder Gruppen nach vorne und ließen sich von den Priestern die Hände auflegen. Dann zogen die Pilger zum Abschied schweigend um den Schrein der Heiligen Hildegard. Ein besondere Stimmung beherrschte diese letzten Bilder in Rüdesheim.

Sichtbar fröhlich und innerlich erfüllt, trat die große Wallfahrtsgruppe ihre Rückreise ins Rheinviertel an. Beinahe die ganze Zeit wurden sie dabei von einem Regenbogen begleitet. Die Teilnehmer nahmen es als Zeichen dafür, dass Gott auch zukünftig den Weg der Gemeinde mit seinem Segen begleiten würde.